von A bis Z

2008-03-09 Take off -3

Nur noch drei Tage bis zum Start unseres Urlaubs.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren – alles technische Equipment liegt bereit, ebenso ein Großteil der Bekleidung, der Toilettartikel und diverser Kleinigkeiten.
Heute Mittwoch geht es noch in die Tut Anch Amun-Ausstellung, Donnerstag mit Marianne und Gerhard (Danke für die Betreuung der Wohnung) und Martina (Danke für’s Geldwechseln) zum Heurigen und Freitag zum Frisör, danach erfolgt das finale Packen und ein gemütliches Abendessen. Samstag wird zeitig aufgestanden, denn der Flieger geht um 10.00 d.h. mindestens um 08.00 am Flughafen.

Und das ist unser Plan in Kurzform:
Flug: Wien – Paris – Atlanta – Las Vegas
Rundreise mit Mietauto: Las Vegas – Zion Nationalpark – Bryce Canyon – Capitol Reef – Arches NP – Canyonlands – Monument Valley – Lake Powell – Grand Canyon – Route 66 – Las Vegas – Death Valley – Yosemity NP – San Francisco
Flug: San Francisco – Atlanta – Wien

Gebucht haben wir nur die Flüge und das Mietauto, sowie die ersten drei Nächte in Las Vegas über den HospitalityClub.
Die beschriebene Rundreiseroute ist für uns daher nur ein Anhaltspunkt und kann jederzeit geändert werden.

Neben Foto- und Videokamera haben wir noch einen PDA mit TomTom und ein Netbook zur Kommunikation mit.

Den nächsten Eintrag gibts wahrscheinlich schon aus den USA.

 

 

2008-09-06: Ein langer Tag

Heute ist er da – der heißersehnte (Urlaubsbeginn) aber auch gefürchtete (17 Flugsstunden) Anreisetag.
Tagwache 05.00 (hier sind alle Zeitangaben MEZ), am 06:00 zum Flughafen.
Einchecken geht flott und ohne Probleme. Mit etwas Verspätung geht nach 10:30 Richtung Paris, wo wir trotzdem pünktlich ankommen. Schnell das Terminal zu Fuß und mit Mini-U-Bahn gewechselt und schon sind wir im Flugzeug nach Atlanta. Flug ruhig und problemlos. Als Essen gibts ein leckeres Hühnerfleisch. Nach knapp 10 Flugstunden landen wir in Las Vegas.
Mr. (AL ?) Bundy vom Immigration Bureau nimmt uns freundlich die Fingerabdrücke ab und lässt uns in die Webcam lächeln. Danach Gepäck (obwohl es durchgecheckt wird) holen und wieder einchecken. Wieder Gatewechsel zu Fuß und mit der Bahn. Noch ein wenig ausruhen und dann
wieder in den Flieger und die letzten 4 Stunden von Atlanta nach Las Vegas ein.
Trotz der langen Flugzeit haben wir wenig geschlafen und sind bei der Ankunft in L.V. natürlich hundemüde. Mit dem Bus zum Mietwagenoffice
und dort von einer englisch/deutsch sprechender Dame einen großen 4WD Mietwagen übernommen.
Nach 26 Stunden Reisezeit sind wir bei unseren Gastgebern in LV angekommen.
Die haben ein tolles Haus, sind ein pensioniertes Ehepaar und überlassen uns ein eigens Zimmer mit Bad. Noch ein wenig beschnuppern mit den Host’s und dann ab in die Falle.

 

 

2008-09-07: wir gamblen

Noch etwas groggy weckt uns das Handy um 08.00 auf. (Jetzt wieder USA-Zeit – Zeitverschiebung 9 Std. d.h. 12.00 in den USA sind 19.00 in Wien).
Frühstück und plaudern mit den Host’s, dann geht es ab zum Powershoppen.
In einem Sportgeschäft fallen wir  (ja die haben auch am Sonntag offen – aber leider nicht 24 Std), über Jacken, Schuhe, Wanderhosen und T-Shirts her. Die Ernüchterung kommt beim zahlen – trotzdem alles relativ günstig war summiert sich das am Ende ziemlich massiv.
Daraufhin fahren wird zum Strip und besuchen einige Kasinos (das sind Orte in denen hauptsächlich dem Spiel- und nicht dem Speisetrieb nachgegangen wird -> dieser Hinweis ist für nicht österreichische, aber doch deutsch sprechende Erdenbewohner).
Natürlich können wir dem Spieltrieb nicht nachgeben, setzen die Wahnsinnssumme von 18 Dollar, beweisen in goldenes Händchen und verlassen mit 23,75 Doller stolz und mit erhobenen Häuptern die Lokalitäten.
Auch des Abends schlendern wir am Strip entlang, betrachten Leuchtreklamen und Wasserspiele und beschließen den Tag mit einem Spaziergang am Fremont/Downtown Las Vegas.
Nach Mitternacht sind wir müde und abgekämpft und fallen ins Bett
um für Morgen (Hoover Damm und nochmals Strip) wieder fit zu sein.

 

 

2008-09-08: es staut

Aber es soll sich ja auch stauen – nämlich das Wasser.
Deshalb wurde ja der Hoover Staudamm gebaut, und den haben wir uns heute angesehen. Wieder um die 40 Grad und wir sind die Staumauer auf und abgelaufen. Dann noch die ‘Große Führung’ mit der man in der Staumauer konnte und am späten Nachmittag wieder auf den Strip. Fazit: darf in keiner Besichtigung fehlen – tolle Führung und imposanter Bau.
Bei der Heimfahrt und später noch am Strip hat es ein wenig geregnet (Regentage ca. 6 je Jahr). Danach war die Luft etwas frischer und nicht mehr so stickig.
Unser Host’s sind phänomenal: wir haben eigenes Zimmer, eigenes Bad, werden mit Frühstück verwöhnt und können mit ihnen oft plaudern.

 

 

2008-09-09: Abschied und das Feuertal

Emotionaler Abschied von unseren Gastgebern. Sie haben sich gleich wieder als Hosts angeboten und uns schon jetzt zum Abendessen eingeladen, wenn wir in ca 14 Tagen wieder in LV sind.
Danach gehts ab Richtung Zion-NP bis nach Springdale. Leider haben wir Springdale Nevada ins Navi eingegeben und nicht Springdale Utha, was richtig gewesen wäre. Nach einiger Fahrzeit haben wir es dann doch gecheckt, daß wir falsch sind. Also umdrehen und Fahrt zum richtigen Springdale.
Doch unterwegs sehen wir die Abzweigung zum Valley of Fire. Kurzerhand wird abgebogen und wir verbringen den Nachmittag mit roten, weißen und rosafarbenen bizarren Gesteinsformationen. Die Fahrt nach Springdale lassen wir fallen und fahren bis nach Mesquite wo wir im Hotel Oasis günstig (45 $ für ein Zimmer für 2 Personen inkl . Frühstück).
Auf der Fahrt ins Oasis verfahren wir uns gründlich. Schließlich verfolgen wir in einer einsamen, dunklen Wohnsiedlung ein Auto so lange bis es vor einem Haus hält. Dann springen wir schnell hinaus und fragen nach dem Weg. Die Antwort in sehr ausführlich, sodaß wir wieder schnell auf der richtigen Strasse sind.
Dann schnell ins Zimmer, kleines Abendessen mit Nudelsalat und Wurstbrot und ab ins Bett.

 

 

2008-09-10: wet, wet, wet

Heute sind wir wirklich nach Springdale Utha gefahren. In Springdale haben wir ein tolles nicht gerade billiges Quartier für die kommenden zwei Nächte bezogen. Kleines Wohnzimmer mit Flat- TV, Schlafzimmer mit Kühlschrank, Mikrowelle und Fernseher, Bad und WC.
Anschließend sind wir in den Zion NP gefahren um dort zu wandern. Zuerst sind wir zu den Lower-, Middle- and Upper Emerald Pools gewandert und haben uns über diese drei verschiedenartigen Wasseransammlungen gewundert. Nun gings ans Ende des Parks zum ‚Riverside Walk‘. Dies ist eine einfache Wanderung ohne viel Bergab bzw. Bergauf und endet am ‚Vergin River‘. Für uns (und eine Menge anderer Wanderer ) gings jetzt erst richtig los. Wir sind (mit den Wanderschuhen an den Füßen) noch einige Zeit im Fluss hinaufgewandert. Links und rechts senkrechte Felswände und wir waten durch das angenehm kühle Wasser stromaufwärts. Sehr beeindruckend, aber leider müssen wir wieder zurück, versorgen uns im Supermarkt noch mit Lebensmitteln und dann geht zurück ins Hotel.

 

 

2008-09-12: Nice Bryce or the Bryce is nice

Wie man es auch dreht und wendet: der Bryce Canyon ist unglaublich.
Schon um 08.00 Morgens ging die Fahrt von Springdale nach Bryce. Dort sind wir von unserem Auto in den Shuttlebus gewechselt und nach kurzer Fahrt waren wir schon mitten im Bryce. Da es einige Wanderwege gibt haben wir uns zu einer Kombination von zwei Wegen entschlossen: dem Navajo-Trail und dem Queensgarden-Trail. Schon beim Start des Navajo-Trails verschlägt es einem den Atem. Man blickt in das sogenannte Amphietheater hinunter und ist ganz hin und auch her gerissen. In 1 1/2 Std. könnte man diese Trails begehen, wir brauchen aber über 3 Std. denn wir fotografieren bzw. filmen fast jeden einzelen Stein.
Nach Besichtiung dieser außergewöhnlichen Naturschönheiten nehmen wir wieder den Shuttel zum Parkeingang und steigen wieder in unser Auto um und fahren nach Escalante.

 

 

2008-09-12: Teuflische Schönheiten

In Escalante angekommen suchen wir uns gleich ein Quartier und finden ein Motel mit riesigem Zimmer, DU/WC zu einem moderaten Preis. Das Auto wird schnell entladen und schon geht es zur nächsten Attraktion. Zuerst ein paar Meilen auf der Hauptstraße und dann biegen wir in die Botanik ab.
Zum Glück ist es schon länger her, dass es geregnet hat, sonst könnten wir auch mit unserm 4WD diese Piste nicht fahren. Aber heute ist diese ‘Dirt-Road’ pickelhart mit einer Kies- und/oder Sandschickt drüber, sodaß das Auto sich manchmal wie auf Glatteis bewegt – ein Heidenspaß zum Fahren.
Das letzte Stück besteht nur mehr aus groben Steinen und man muss langsam und vorsichtig fahren. Dann haben wir es geschafft und sind im ‘Devils Garden’ gelandet. Dies ist eine Anhäufung von skurillen Steinblöcken, die bizarr, atemberaubend und irgendwie verloren in der Gegend herumstehen.
Wir bestaunen diese Gebilde bis die Sonne untergeht, dann geben wir auf der Rückfahrt wieder ordentlich Gas und beschließen den Abend mit einer riesigen Pizza im örtlichen Restaurant.

 

 

2008-09-13: Zähneknirschen…

..ist heute angesagt, denn wir sind stundenlang für Schotter- und Sandstraßen gefahren. Schon am Morgen gings los von Escalante nach Bolder. Dort sind wir auf den Burr-Trail abgebogen. Zuerst noch auf Asphalt später jedoch auf ‘Dirt-Roads’. Den Trail sind wir nur ca. zur Hälfte gefahren und dann nach Norden auf die ‘Nottom-Road’ (ebenfalls Staubstraße). Als wir an unserem Zielort Torrey ankommen, sind wir und das Auto mit einer leichten Staubschicht bedeckt.
Die Fahrt auf diesem Trail war aber unglaublich! Wieder die verschiedensten Felsformationen und diese noch in allen möglichen und unmöglichen Farben. Schwarz, grün, rosa, violett, grau und alle Schattierungen von rot und braun.
Dazu kam noch ein Stück steil abfallende Serpentinenstraße wo das Auto auf den Querrippen der Straße sich immer wieder selbständig machte und nur mühsam zu lenken war und manchmal nur knapp vor der Felswand bzw. vor dem Abgrund zu bremsen war.

 

 

2008-09-13: Torrey…

…ist keine Stadt, kein Dorf sondern nur eine kleine Ansammlung von Motels, Tankstellen, Souvenirläden und Restaurants. Aber wir haben hier wieder ein schönes Motel gefunden, noch dazu mit Frühstück.
Da wir schon am frühen Nachmittag hier sind, besuchen wir einige Viewpoints wie einen Wasserfall, einen gewundenen Flußlauf (mit Wasser) und gehen in einem trockenen Flußbett einige Kilometer spazieren, wobei uns die steil aufragenden Felswände links und rechts des schmalen Flusses fast erdrücken.
Zu den diversen Sehenswürdigkeiten gehts wieder über einige Off-Roads, sodaß die Staubschicht auf uns nicht geringer wird. Zum Glück gibts im Motel in der Dusche einen ordentlichen Wasserdruck der alles wieder abspült.
Als abendlichen Höhepunkt geben wir uns am sinniger weise so benannten ‘Sunset Point’ einen wunderschönen Sonnenuntergang.

 

 

2008-09-14: Verloren und wieder gefunden…

…haben wir uns im Goblin-Valley (Tal der Kobolde). Nachdem wir in diesem von Sandsteinfiguren reichlich gesegneten Tal frei bewegen konnten und nicht auf Trails gezwungen wurden, haben wir uns plötzlich aus den Augen verloren. Da auch mit Rufen nichts zu machen war, sind wir unabhänging von einander zeitgleich auf je eine Sandfigur geklettert und haben uns so wieder gefunden.
Der Weg ins Goblin-Valley war landschaftlich wieder sehr abwechslungsreich. Die Morgentemperatur war ca. +10 Grad (fröstl), das gepriesene ‘Continental Breakfast’ hatte das gleiche niedrige Niveau, aber wenigstens der Kaffee war genießbar und die Temperatur stieg im Goblin-Valley schnell wieder auf knappe 30 Grad.
Bei solcher Hitze sollte man nicht (so wie ich im Bryce Canyon) eine Kopfbedeckung vergessen (noch dazu wenn man nicht mit genügend Haupthaar an den richtigen Stellen ausgestattet ist) da es zu unerwünschten Nebenerscheinungen wie Kopfschmerzen, Sonnenstich, Sonnenbrand (wie es bei mir der Fall ist und exponierte Stellen der Kopfhaut glatt die einer Rothaut entsprechen) kommen kann.

 

 

2008-09-14: Die Brücke im Abendrot

Nach dem Goblin-Valley ging es weiter zu unserem Tagesziel der ‘Stadt’ Moab. Es besteht aus einer langen ‘Main Street’ mit unzähligen Motels, Ramschgeschäften und Restaurants und sonst nichts. Aber jeder Tourist hier braucht diese Infrastruktur, dann Moab ist der Ausgangspunkt in den ‘Arches Nationalpark’. Ein Zimmer zu bekommen ist hier sehr schwer und deshalb haben wir es gestern am Abend schon via Internet gebucht. Das einzige freie Zimmer war im 2 Sterne Motel ‘Sleep Inn’ (welch sinniger Name) ohne Frühstück. Mit etwas gemischten Gefühlen fuhren wir also zu unsrere Herberge und siehe da, welch freudige Überraschung. Das Motel präsentierte sich als neues Motel, mit sehr schönem Zimmer, riesiger Dusche und WC. Der Preis war für Moab am untersten Level, jedoch gegenüber unseren bisherigen Quartierpreisen am obersten Level angesiedelt. Also schnell alles ausgepackt (darin sind wir jetzt schon sehr geübt, und haben bis auf ein T-Shirt bisher auch nichts in einem Zimmer vergessen) einen Snack im Supermarkt gekauft und ab in den Arches NP.
Nach dem wir die Serpentinen überwunden haben, eröffnet sich ein gigantischer Ausblick auf schroffe Felsen. Wir düsen aber gleich weiter zum Parkplatz des ‘Delicate Arche’ und schwitzen uns die 2,5 steilen Kilometer bergauf bis wir um eine Wegecke biegen und ihn dann endlich vor uns sehen: den ‘Delicate Arche’ die berühmteste Felsbrücke der Welt (oder zumindest des Arches NP). Nun wird ausgiebig gefilmt und fotografiert und gewartet. Den bald ist Sonnenuntergang und da soll sich angeblich unser Obejekt der Begierde in den verschiedensten Farben zeigen.
Und tatsächlich: je mehr die Sonne untergeht desto mehr intensivieren sich die Farben. Viele Menschen sitzen herum und genießen in aller Stille (bis auf das Klicken der Kameras und eine kleine aber umso lautere italienische Familie) dieses Szenario.

 

 

2008-09-14: es brennt…

..der Himmel, denkt man sich, wenn die Sonne auf breitester Front langsam am Horizont versinkt.
Wir haben uns vom ‘Dedicate Arche’, der nun nicht mehr von der Sonne beleuchtet ist, abgewandt und starren ungläubig auf das Farbenspiel am Horizont. In alle gelb und rot Töne ist der angehende Nachthimmel getaucht und wir genießen dieses Ereignis bis zum letzten Moment.
Dafür, daß wir in der schnell hereinbrechenden Nacht nicht vom rechten Weg abkommen, sorgt der Vollmond mit entsprechender Beleuchtung.

 

 

2008-09-15: Löchrige Felsen

Na ja die Felsen hier haben auch schon ein schönes Alter und darum sind einige von ihnen ganz schön löchrig – und das im wahrsten Sinnes des Wortes.
Von den Elementen ziemlich hergebeutelt sind aus einigen Felsen gewaltige Steinabbrüche erfolgt und haben uns sehenswertes hinterlassen.
Leider sind einige dieser Brücken nur nach stundenlangem Fußmarsch zu ereeichen und so sind wir heute bei 35 Grad über 7 Std. von Loch zu Loch gewandert.

 

 

2008-09-16: Canyonlands

Angesichts der tausenden Canyons die wir in dieser Woche bereits gesehen haben, dachten wir das der ganze Westen ein Land der Canyons ist.
Aber es gibt auch noch einen speziellen Nationalpark der ‘Canyonsland’ genannt wird. Wir haben ihn besucht und was haben wir gefunden: natürlich einen nicht enden wollenden Canyon in dem sich wieder einige Canyon befinden, die wiederum beinhalten Canyons usw.
Wir sind einige Aussichtspunkte abgefahren und haben von denen aus kleine Spaziergänge zu den Felsabbrüchen gemacht.
Tolles Gefühl wenn man an einer Felskante steht, ein wenig nach vor und ein paar hundert Meter hinunter sieht.

 

 

2008-09-16: Grünes im Braunen

Grünes haben wir bis jetzt selten gesehen – nur Pflanzen die mit wüstenartigem Klima auskommen. Als wir vom ‘Canyonsland’ in den ‘Dead Horse Point’ fahren und diesen besichtigen scheint sich daran auch nichts zu ändern. Wieder ein riesiger Canyon soweit unser sonnengeblendetes Auge (es hat wieder wolkenlose 35 Grad) auch schaut.
Aber da windet sich doch was Grünes durch das Braune. Hier hat der Colorado River sein Wasser im Spiel. Er schlägelt sich träge durch dieses Gelände und zaubert ein frisches Grün an seine Ufern.
Noch eines wird uns hier wieder bewußt gemacht: ein ‘Nationalpark’ (wie zB. Canyonsland) unterscheidet sich für Touristen von einem ‘State Park’ (wie zB ‘Dead Horse Point’). Ein NP ist Angelegenheit des gesamten Bundes, ein SP ist Angelegenheit des jeweiligen Bundesstaates.
Hat man nun einen Jahrespass für alle NP’s so kann man diese ein Jahr lang so oft benutzen wie man will (Pass gilt für ein Auto voll Besucher!) aber in einem SP ist dieser Pass ungültig und man (bzw. das Auto) darf daher extra wieder Eintritt zahlen.

 

 

2008-09-16: Swinging Grill

Nach der intensiven Canyon-Besichtigungstour und dem Verbrauch von knappen 2 Gallonen Trinkwasser fahren wir in Richtung Monument Valley (MV).
Telefonisch reservieren wir uns am letzten Ort vor dem MV ein Motel: das ‘Hat Rock Inn’ in ‘Mexican Hat’ (jeder kennt natürlich diesen Ort, immerhin hat er 100 Einwohner) hat grad noch ein Zimmer frei.
Kurz bevor wir nach Mexican Hat (Name stammt von einem Sombrero ähnlichen Felsen) kommen, werden wir wieder Zeuge eines dramatischen Sonnenuntergangs. Auf der Straße ist eigentlich Parkverbot, dies kümmert uns angesichts des Sonnenuntergangs eigentlich gar nicht und uns gelingen eigentlich ein paar nette Fotos.
Das Einchecken im Motel ist simpel wie immer: Kreditkarte hergeben und schon ist alles erledigt.
Unerledigt ist allerdings unser Nahrungsaufnahmeprogramm. Zwar war das Frühstück morgens recht ausgiebig, aber mittlerweile ist ist gegen 20.00 und zwischendurch haben wir nichts gegessen, sondern nur getrunken (siehe oben).
Unweit useres Motels schwingt jedoch die Rettung. In einem Restaurant (eben ‘Swinging Grill) schwingt ein großer Grill über offenem Feuer hin und her und bruzzelt auch für uns ein saftiges Steak bzw. eine Hühnerbrust. Dazu gibts viel Salat und Bohnen.
So gestärkt fallen wir ins Bett, da der Wecker Morgen schon um 05.00 läutet, damit wir den Sonnenaufgang im Monument Valley nicht verpassen.

 

 

2008-09-17: Tierquälerei

Normalerweise sind wir Tieren sehr positiv zugewandt und eines zu quälen oder zu misshandeln würde uns im Traum nicht einfallen.
Aber heute haben wir es getan. Und dazu nicht nur einer, nein beide haben wir uns dazu hinreißen lassen. Zuerst überlegten wir noch ob wir es tun sollten, aber dann war die Gelegenheit doch zu verlockend. Als wir auch noch eine Menge Dollars dafür hinblättern mußten, gab es kein zurück mehr.
Wir haben uns zwei Pferde gemietet und diese armen Geschöpfe gezwungen (besser gesagt von unserem Führer zwingen lassen, denn wir konnten tun und lassen was wir wollten, die Pferde machten was sie wollten) uns eine Stunde in der Vormittagshitze bergauf/bergab durch den heißen Sand des Monument Valleys zu schleppen. Edith’s Pferd hatte dabei noch die leichtere Aufgabe, wogegen mein Pferd schon deutlich mehr auf sich einwirken lassen mußte. Dies erklärt vielleicht auch warum ich 5 Min. später als unser Führer und Edith im Stall eingetroffen bin.
Soweit wir es nachher noch verfolgen konnten haben die Pferde diese Tortour mit uns (zumindest physisch) unbeschadet überstanden, durften gleich auf die Koppel und haben sich sofort den leiblichen Genüssen (fressen und saufen, sonst konnten wir nichts beobachten) hingegeben.
Wir haben allerdings schon leichte Blessuren davon getragen. Das Sitzgebein und die darum herumliegenden Muskeln sind etwas in Mitleidenschaft gezogen worden.
Vielleicht ist dies ein kleiner Ausgleich für unsere Quälerei an den Pferden.

Von diesem dramatischen Ereignis gibt es leider (oder besser Gott sei Dank) keine herzeigbaren Bilder.

 

 

2008-09-18: kein Sonnenuntergang

war uns heute beschert. Wir waren zwar an einer exponierten Stelle jedoch kam kurz vor Sonnenuntergang ein Wolkenband und verbarg die untergehende Sonne. Wir hatten uns nämlich am Horseshoe Bend postiert.
Dies ist gleich außerhalb der Stadt Page. Hier windet sich der Colorado durch enge Canyons und von unserem Viewpoint hatten wir eine großartige Sicht auf den FLuß, der sich hier in einer schönen Schleife direkt vor unseren Füßen durch die Gegend windet.
Nach diesem optischen Genuß wechselten wir von der rauhen Natur in das westernmäßig angehauchte ‘Kens West Inn’. Dort verdrückten wir ein Steak bzw. Beef Ribs jeweils mit Folienkartoffeln und jeder Menge Salat von der Salatbar. Dazu genossen wir noch die Musik einer Live-Band.

 

 

2008-09-18: Muskelkraft

und zwar diesmal unsere eigene haben wir eingesetzt und uns am Lake Powell vergnügt. Dort haben wir die Bootsvermietung geentert und uns zwei Einzelkajaks ausgeborgt. Das Einsteigen war schon ein kleiner Balanceakt, aber als wir im Boot saßen war alles wieder ok.
Schnell ging es dem Ufer entlang bis wir die Abzweigung zum ‘Antelope Canyon’ (diesmal oberirdisch) sahen und ein Stück hinein ruderten. Leider hatten wir nicht genügend Zeit diesen Canyon weiter zu durchfahren. Außerdem kam plötzlich Wind auf und eine tiefschwarze Wolke stationierte sich genau über uns. Wir mußten sehr intensiv paddeln um zur vorgegebenen Zeit wieder zurück beim Bootsvermieter zu sein.
Alles in allem war es jedoch ein recht vergnüglicher Ausflug und eine kleine Abwechselung von unserem bisherigen Besichtigungsprogramm

 

 

2008-09-18: Lichtspiele

Am späten Vormittag fuhren wir zum ‘Antelope Canyon’ der ein Stück außerhalb von Page liegt. Unterteilt wird dieser Canyon in einen ‘Upper Canyon’ und einen ‘Lower Canyon’. Den ‘Upper’ darf man nur mit einem Guide und nur für eine Stunde besichtigen. Beim ‘Lower’ wird man von einem Navajo-Führer zum Einstieg in den Canyon und dann noch ein Stück in den Canyon selbst hinein begleitet und darf sich dort drinnen vier Stunden aufhalten.
Wir wählten deshalb den ‘Lower’, bezahlten brav unseren Eintritt und folgten brav unserem Guide. Wir gingen über zerklüfteten Fels bis unser Navajo in einer schmalen Felspalte nach unten verschwand. Wir gingen im nach und über Metallstufen gings immer weiter nach unten. Plötzlich tat sich um uns eine eigene Welt auf. Wir kletterten durch enge Felsspalten die Wände vom zeitweise hier fließenden Wasser glatt geschmiergelt.
Nachdem es nun fast Mittag war und die hochstehende Sonne durch einen schmalen Spalt in den Canyon fallen konnte, veränderten sich die Licht- und Farbverhältnisse an den Felswänden. Waren die Wänden zuerst nur rötliche, so färbten sie sich nun purpur, gelb und golden.
Wir genossen dieses Naturschauspiel ausgiebig und blieben fast die komplette erlaubte Zeit von vier Stunden im Canyon.

 

 

 

2008-09-19: Erstkontakt

Kaum befahren wir den ‘Grand Canyon National Park’ gibt es auch schon die erste Aussichtsterrasse. Natürlich bleiben wir gleich stehen und werfen von der ‘Desert View’ einen ersten Blick in den ‘Grand Canyon’ (GC). Und wow! Obwohl schon tausendfach in allen möglichen Medien gesehen, der natürliche, selbsterlebte Eindruck ist um vieles stärker.
Leider gibt es etwas flaches Licht, sodaß die Sicht nicht optimal ist.
Aber wenn man sich bei den Besuchern etwas umhört, so haben wir einen doch sehr schönen Tag erwischt. Ein paar Kilomenter gehts anschließend weiter und wir parken beim ‘Mather Point’. Wir schlendern den ‘South Rim’ entlang bis zum ‘Yavapai Point’. Dies sind zwar nur ca. 1 Km, dafür benötigen wir allerdings gute zwei Stunden. Den immer wieder gibt es einen fantastischen Aus- bzw. Einblick auf bzw. in den GC, sodaß wir immer wieder stehenbleiben, staunen, fotografieren, stehenbleiben, staunen, fotografieren, steh….
Beim ‘Yavaipai Point’ suchen wir uns ein gemütlichen Sitzplatz auf einem Steinhaufen und erwarten den Sonnenuntergang. Nicht besonders spektakulär, aber dann doch annehmbar verabschiedet sich die Sonne für heute. Während des Nachmittages hat sie uns kräftig gewärmt, so um die 30 Grad (und das auf ca 2.500 Höhenmeter), nach dem Sonnenuntergang ging die Temperatur empfindlich zurück (ca. 15 Grad) und eine kühle Brise tat noch ihr übriges.
Also schnell ab ins Motel und dann zum Steakhaus, wo wir uns selbst wieder mit außergewöhnlich guten Ribs und Steak verwöhnen.

 

 

2008-09-19: Buchungs-Wirr-Warr

Gestern beschlossen wir bei der all abendlich stattfindenden ‘was-machen-wir-eigentlich-Morgen’-Konferenz einen Tag länger in Page zu bleiben und hatten für heute eine tolle off-Road Fahrstrecke zum ‘Alstom-Point’ (von wo man aus einen einzigartigen Blick über den ‘Lake Powel’ und einige kleine Inseln hat)ausgesucht. Daher suchten wir noch im Internet nach der Wegbeschreibung und bezirzten die Damen der Motelrezeption erfolgreich uns noch eine Nacht weiter zu buchen.
Groß war dann die Entäuschung heute Morgen als wir sahen, dass es in der Nacht geregnet hatte und auch am Himmel einige Regen schwangere Wolken herumhingen. Da unsere ausgesuchte Fahrstrecke nur in absolut trockenem Zustand befahren werden darf, mußten wir die Fahrt abblasen und entschloßen uns gleich weiter in den ‘Grand Canyon’ (GC) zu fahren.
Wir bezirzten die Damen der Motelrezeption erfolgreich, und sie machten nicht nur unsere gestrige Verlängerung wieder rückgängig, sondern suchten uns via Internet ein Motel in Flagstaff (leider etwas weit vom Grand Canyon entfernt (120 KM) – aber da es Wochenende ist, die einzige Möglichkeit ein Zimmer zu bekommen) zu suchen, dort anzurufen und es für uns zu reservieren.
Nun wurde schnell zusammengepackt, getankt und Richtung GC abgefahren. Gegen 14.00 waren wir in ‘Tusayan’, das knapp am Eingang des GC liegt.
Hier sahen wir unser Lieblingsschild hier in den USA: ‘Vacances’. Blicker raus, abgebogen und schon standen wir vor dem Office des Motels. Ein handgeschriebener Zettel verriet, dass noch neun Zimmer frei sind, das Büro aber erst um 15.00 geöffnet wird. Wir treiben uns ein wenig herum und als wir um 14:30 wieder zum Motel zurück kommen, ist dort schon Hochbetrieb. Als die Reihe an uns kommt, wird uns das vorletzte freie Zimmer angeboten. Wir sagen ein konkretes ‘ja, aber’, denn unsere Reservierung in Flagstaff ist noch aktiv, die haben unsere Kreditkartennummer und wenn wir nicht stornieren können, müssen wir das Zimmer trotzdem bezahlen. Also wieder die Dame vom Motel bezirzen und schon ruft sie in Flagstaff an und storniert unser Zimmer kostenlos.
Danach geht es endlich in den GC. Bei der Rückkehr vom GC beschließen wir noch einen Tag im GC anzuhängen, was wieder bedeutet: Dame im Motel bezirzen und eine Nacht buchen.
Damit genug bezirzt, gebucht und storniert – jetzt genießen wir den ‘Grand Canyon’.

 

 

2008-09-20: Überflieger

Heute haben wir uns selbst beschenkt und uns einen Hubschrauberflug über den Grand Canyon gegönnt.
Um 10.00 ging es los. Wir flogen mit einem 7-Sitzer (incl. Pilot) und waren ganz schön gespannt wie es werden wird. Es gab einen kleinen Wartesaal und endlich wurden wir aufgerufen. Dann ging es zum Heli, alle setzten sich hinein und plötzlich heftiges Palaver zwischen Pilot und Bodenstation. Wir mussten wieder raus und in die Wartehalle. Es stellte sind nämlich heraus, daß wir die ‘große Tour’ gebucht hatten, der Heli jedoch nur für die ‘kleine Tour’ Treibstoff an Bord hatte.
Gut, dass dies jetzt und nicht erst übern Canyon bemerkt wurde. Rasch wurde nachgetankt und beim zweiten Versuch klappte alles und wir hoben ab und flogen über einen Wald in Richtung GC. Über unsere Kopfhörer waren einige Erklärungen zu hören, dazwischen Musik. Nun meldete sich der Pilot und sagte: ‘Achtung, gleich kommt ein Augenblick den Sie nie vergessen werden!’. Er sollte recht behalten. Er zog den Bug des Heli hoch und ließ ihn über eine Kante nach unten in den GC gleiten. Plötzlich waren wir mitten im GC, ein gigantischer Anblick, über die Kopfhörer wurde ‘Also sprach Zarathustra’ eingespielt und wir waren überwältigt von der vor uns sich ausbreitenden Landschaft.
Hatten wir gestern vom Canyonrand aus schon geglaubt diese Aussicht ist phänomenal, so wurde dies von dem nun erlebten bei weitem übertroffen.
Ca. ein 3/4 Std. flogen wir durch den GC, uns kam es allerdings nur wie ein paar Minuten vor. Viel zu schnell war die Zeit um und wir mussten wieder zum Airport zurück fliegen.
Auf alle Fälle zwar kein billiges, aber doch ein lohnendes, unvergessliches Erlebnis.

 

 

2008-09-21: Die unglaublichen Hunt’s

Heute war Fahrtag. Schon Morgens ging es vom Rande des Grand Canyon Richtung Las Vegas los. Nach ca. 5 Std. sind wir dort auch angekommen.
Zwischenstopp gab es nur in einem kleinen Ort am Beginn der Route 66 die wir ein Stück gefahren sind.
Genächtigt wird wieder, so wie beim Anfang unserer Reise, bei Jennifer und Bernard Hunt, die wir über den Hosptiality Club kennengelernt haben.
Traumhaftes Haus, traumhafte Leute und Jennifer hat noch ein traumhaftes Abendessen für uns zubereitet. Die Beiden sind wirklich grossartige Menschen.
Jetzt noch schnell schlafen und morgen geht es in “Death Valley”.

 

2008-09-22: cooles, heißes Tal

Gemeinsames Frühstück mit Host-Mum Jennifer und dann der schwere Abschied. Berni hatte Nachtschicht und so konnten wir uns aktuell nur von Jennifer verabschieden. Hoffen,  dass wir sie wieder treffen – wo auch immer.
Dann kam die lange Fahrt ins Death Valley. Dort angekommen machten wir den ersten Stopp bei einem ausgetrockneten Salzsee. Autotüre auf und wir standen Mitten in der Hitze, es dürfte so um die 45 Grad gehabt haben. Angenehm kühl, wenn man bedenkt, daß es hier in den Sommermonaten ca. 60 Grad hat. Schnell ein paar Fotos und rein ins klimatisierte Auto. Nächster Aufenthalt ist eine kleine Wasseransammlung mit Salzablagerungen und einer Menge Besuchern. Wir gehen ein Stück auf der ausgetretenen Salzpiste entlang, drehen dann aber um und rein ins klimatisierte Auto. Weiter gehts zum ‘Golden Canyon’, aber hier ist eine richigte Wanderung angesagt. Sie dauert nur eine Stunde, aber bei dieser Hitze erscheint es einem als Ewigkeit. Dafür glitzern die Felswände des Canyon wirklich wie Gold und die kleine Wanderung hat sich schließlich doch ausgezahlt.
Des letzte Ziel unseres ‘Death Valley’-Besuches ist ‘Zabrinisky-Point’ von wo man eine gute Aussicht auf sanddünenformige Felsen hat.
Auch für das Auto ist diese Fahrt eine Tortour. Zur Einfahrt muß man über einen Pass auf ca. 1.300 m, fährt dann auf Seehöhe (bzw auch darunter), steigt dann auf 1.500 m hinauf, wieder auf Seehöhe hinunter, bevor man wieder auf 1.300 m klettert um das ‘Death Valley’ zu verlassen. Da wir ja, wie anfangs beschrieben, ziemlich kühle Temperaturen herrschen, gibts mit dem Auto kein Problem.
In den Sommermonaten geben etliche Kühler, Motoren etc. den Geist auf und es gibt sicher schönere Dinge als bei um die 60 Grad stundenlang auf den Pannendienst zu warten.
Wir (Auto und auch die Insassen) haben alles gut überstanden und auch noch gleich ein Motel gefunden. Nach dem leckeren Abendessen mit Steak und Grillhuhn, gings wieder zurück ins Motel.
Den Laptop haben wir auch aktiviert, noch 3 Nächte im ‘Yosemite Nationalpark’ gebucht und übers VOIP Geburtstagswünsche (Opa Ernst alles Gute zum 80er !!!) verschickt.

 

 

2008-09-23: bäriger Sonnenuntergang

Endlich kamen wir in den ‚Yosemite Nationalpark‘ (YNP). Um in ihn hinein zu gelangen, muss man zuerst einen ca. 3.500 hohen Pass überqueren. Aber einmal im YNP ändert sich die Landschaft radikal. Es gibt Wasser zu sehen, dazu saftiges Grün, richtig hohe Bäume und eben auch Berge die von Gletschern wie mit Schmirgelpapier abgeschliffen worden sind.
Zu unserem nächsten Motel in Oakhurst mussten wir durch den ganzen YNP fahren. Als wir am späten Nachmittag um eine der unzähligen Kurven bogen, machte sich die Sonne soeben bereit hinter einem der unzähligen Berggipfel unterzugehen. Am nächsten Parkplatz hielten wir an, ich schnappte die Kamera und schon klickte es unzählige Male – bis die Sonnen nicht mehr zu sehen war.
Nach der Weiterfahrt und einigen weiteren Kurven tauchte die Sonne wieder auf und war dabei hinter dem nächsten Berg zu versinken. Wieder auf den nächsten Parkplatz und nun stiegen wir beide kamerabewaffnet aus dem Auto. Wieder wurde fotografiert und gefilmt was das Zeug hielt.
Die Sonne ging nun über einem weiten Tal unter und erfüllte es mit den diversesten Farbtönen. Plötzlich kamen aus dem Dickicht zwei Rehe heraus und begannen keine fünf Meter von uns entfernt zu äsen. Jetzt waren wir im Fotostreß. Was nun fotografieren? Sonnenuntergang oder Rehe. Wir versuchten Abwechselnd beide Objekte so oft als Möglich festzuhalten. Durch irgendetwas gestört verschwanden die Rehe so schnell wie sie gekommen waren. Auch die Sonne ging langsam unter und wir genossen noch das Farbenspiel am Himmel. Als wir zurück zum Auto gehen wollten, sahen wir, dass die beiden Rehe in der Nähe eines Felshügels grasten. Langsam näherten wir uns den Tieren und konnten sie wieder aus allernächster Nähe fotografieren. Doch auch jetzt schreckten sie plötzlich hoch und sprangen davon. Nun hörten auch wir warum die Rehe die Flucht ergriffen. Hinter dem Felshügel kam jemand in unsere Richtung und machte dabei ziemlichen Lärm. Wir wollten nun auch wissen wer dies ist und stiegen den kleinen Feldhügel hinauf. Und da sah ich den Übeltäter. Ca. 1 Meter groß, schwarz, auf seinen vier Tatzen stehend und mit der Nase noch nach den Rehen witternd – ein Schwarzbär. Ich war total aus dem Häuschen, der Bär allerdings auch. Er drehte sich auf der Stelle um, lief nach links schlug einen Hacken nach rechts und war im Unterholz verschwunden. Edith war leider etwas hinter mir, konnte den Bären nicht sehen nur noch das Knacken im Unterholz hören. Ich hatte zwar gleich die Kamera gezückt, allerdings war das Zoom wegen der Dunkelheit sehr langsam, dafür aber der Bär schneller.
Das uns gleich am ersten Tag im YNP ein leibhaftiger Bär über den Weg läuft, hätte ich nie geglaubt.
Umso schöner und eindrucksvoller war aber dieses Erlebnis, obwohl es nur einige Sekunden gedauert hat.

 

 

2008-09-23: Seltsame Gebilde und der ‘Wilde Westen’

Von unserem Motel in ‚Long Pine‘ sind wir aufgebrochen um den ‚Yosemite Nationalpark‘ (YNP) zu erkunden. Da es auch auf dem Weg dorthin Interessantes zum Bestaunen gibt, haben wir unseren ersten Stopp am ‚Mono Lake‘ gemacht. Durch Ablagerungen sind dort die verschiedensten Gebilde entstanden. Noch dazu gibt es um diesen See ein heftiges Gerangel innerhalb der USA. Naturschützer wollen den ursprünglichen Charakter des Sees erhalten, deren Gegner jedoch wollen das Wasser so weit wie möglich Ausbeuten. Diese massive Wasserentnahme (hauptsächlich für Los Angeles) führte dazu, dass der Wasserstand des Sees in den letzten Jahren um 15 Meter gesunken ist.

Der nächste Aufenthalt war in ‚Bodie‘. Vor der vorigen Jahrtausendwende wurde hier Gold gefunden und schnell wuchs diese Stadt auf über 10.000 Einwohner an. 1931 verließen die letzten Bewohner diesen Ort und er verfiel. Seit einigen Jahren werden die noch teilweise vorhandenen Holzhäuser und diverse Utensilien in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Von Saloon, Schule, Kirche, Hotel und einfachen Wohnhäusern bis hin zu Möbeln, Haushaltsgegenständen und Maschinen ist noch ziemlich vieles ganz gut erhalten.

 

 

 

2008-09-24: Begegung mit dem Grizzley Giant

Auch heute wollten wir den ‘Yosemite National Park’ (YNP) wieder erkunden und zwar den Teil des ‘Mariaposa Grove’. Um dies zeitsparend zu erledigen, entschlossen wir uns (wenn auch etwas widerwillig) zu einer geführten Tour. Diese wird mit einem offenen Wagen durchgeführt, in dem man von Viewpoint zu Viepoint gefahren wird, etwas Zeit zum fotografieren hat und schon gehts weiter. Ist zwar nicht unser normaler Stil, aber der Wanderweg wäre zu lang gewesen.
Rauf auf den Wagen und zum ersten Stopp. Dort aussteigen und ausschwärmen zum fotografieren.
Und dann sehen wir ihn plötzlich.
Mächtig erhebt er sich vor uns. Wir kommen uns klein und winzig vor. Nie hätten wir geglaubt, dass er so groß ist. Ein etwas mumliges Gefühl beschleicht uns. Das ist er also, der ‘Grizzly Giant’. Er ist ungefähr 2.700 Jahre alt und 64 Meter hoch und hat einen Umfang von 30 Metern und allein sein erster Ast hat einen Durchmesser von fast 2 Metern.
Aber er steht nicht allein. Hier im ‘Mariposa Grove’ ist eine Ansammlung von Mammutbäumen und diese Tour brachte uns zu den Interessantesten von ihnen. Einige schon leicht angebrannt, andere zusammengewachsen oder als Tunnel mißbraucht.
Anschliessend machten wir noch ein paar Stopps bei Aussichtspunkten und eine kleine Wanderung, bevor es diesmal etwas zeitiger ins Motel zum ausrasten ging.

 

 

 

 

2008-09-25: Wasserfälle

Heute haben wir einen wunderschönen Wandertag absolviert. Von unserem Motel gings wieder in den ‘Yosemite Nationalpark’. Vom Hauptparkplatz sind wir mit einem Gratis-Shuttle-Bus zum Beginn unserer Wanderung gefahren. Der Wanderweg führte in einer Schleife zuerst 300 Höhenmeter zum Vernall-Wasserfall und dann nochmals 300 Höhenmeter zum Nevada-Wasserfall hinauf. Hier machten wir ausgiebig Rast und verzehrten unsere schwammigen, aber gut gefüllten Weckerln. Dann noch ein kleines Mittagsschläfchen auf den von der Sonne aufgeheizten Steinen (es hatte wieder um die 25 Grad und das auch ca. 1.800 m) und dann gings wieder einen relativ gemütlichen Weg zum Shuttlebus ins Tal.
Ingesamt eine schöne, teilweise mit steilen Anstiegen gepflasterte Wanderung die uns die ganze Pracht des YNP zeigte. Auch ein paar Tiere haben wir gesehen: Rehe, Hirschen, bunte Eidechsen, einen blauen Vogel (?) und eine Menge Pferde und Mulis die über steile Aufstiege Touristen hinauf und wieder hinunter schleppen mußten.

 

 

2008-09-26: Mist so eine ‘Mist’

Der Weg vom Yosemite nach San Francisco (SFO) ist zwar über 300 Km, aber die Fahrt war nicht so anstrengend und nach ca. 3 Std hatten wir es geschafft. Wir näherten uns von Osten und fuhren über die mächtige ‘Bay Bridge’ in die Stadt. Und von dieser Brücke konnten wir auch die berühmte ‘Golden Gate’ sehen. Zwar weit entfernt, aber deutlich und ohne den üblichen Nebelschleier.
So begaben wir uns auf den ’49 Scenic Drive’, eine Route, die per Auto gute 80 Km durch die Stadt führt und dem Hab-Wenig-Zeit-Touristen die Sehenswürdigkeiten zeigt.
Die Fahrt startet also an der City Hall, kreist um das Japan Center, führt hin zu Chinatown und nördlich zur Golden Gate Recreation Area vorbei an Fisherman´s Wharf und am Palace of Fine Arts. Dann nimmt die Strecke einen kleinen Bogen und führt am Ocean Beach entlang zum Lake Merced und schließlich zum Golden Gate Park, der in einer S-förmigen Kurve durchfahren wird, um in südlicher Richtung zu den Twin Peaks zu gelangen. Nach der Umkreisung der Twin Peaks geht es Richtung Downtown vorbei an der Bay Bridge und entlang der Howard Street, wo der Scenic Drive nach einer Kurve wieder bei der City Hall endet. Die Strecke ist normalerweise ausgeschildert. Allzu oft jedoch werden die Schilder von Touristen als Souvenir einfach mitgenommen, weshalb die Mitnahme unseres Navigationsgerätes gelohnt hat.
Einer der Höhepunkte dieser Tour sollte die Besichtigung der ‘Golden Gate’ vom Ocean Beach aus sein. Aber kaum hatten wir die Rundfahrt begonnen fiel ‘Mist’ über die Bucht von SFO und so verschwand nicht nur halb SFO sondern auch die ‘Golden Gate’ in diesen undurchdringlichen Nebel. So ein Mist im wahrsten Sinne des Wortes.
Mehr Spaß hatten wir dafür mit der ‘Lombard Street’. Man kennt zwar nur den blumengeschmückten 145 m langen Teil der über 10 Kurven bergab führt,
aber schon die Anfahrt zu diesem Straßenstück über 27 % Anstieg ist ein fast noch größeres Erlebnis, als die langsame Fahrt bergab.
Da uns besonders die Fahrt bergauf gefallen hat, haben wir es gleich zwei mal gemacht. Die Fahrt bergab ist weniger lustig, da die vielen Kurven und die vielen Touristen darauf den Fahrspass deutlich vermindern.
Gegen Abend ging es dann südlich nach Sunnyvale, wo wir wieder über den Hospitalityclub privat bei Kathleen die nächsten drei Nächte verbringen werden. Trotz Navi und Beschreibung von Kathleen irrten wir in nun schon stockdunkler Nacht mit dem Auto durch die Gegend ehe wir endlich die richtige Wohnsiedlung fanden. Danach dauerte es noch eine Weile bis wir in dem Nummerngewirr das richtige Haus fanden. Kathleen war zwar nicht zu Hause, aber der Schlüssel war unter der Türmatte. Ausserdem war noch ein französiches Paar im Hause das uns unser Zimmer mit Bad zeigte. Danach gings noch in ein nahegelegenes Restaurant, dass ein ausgezeichnetes Buffet mit asiatischen Speisen bot (dabei auch leckere gegrillte Froschschenkel).

 

 

2008-09-27: Up and Down

Auch heute stand wieder San Francisco auf dem Plan. Diesmal näherten wir uns der Stadt von Süden und siehe da, die ‘Golden Gate’ war wieder schön zu sehen. Wir schlugen wieder Richtung ‘Baker Beach’ ein und kamen auch nach ca. 20 Min. dort an und sahen die Brücke in ihrer vollen Pracht – nicht! In dieser kurzen Zeit war nämlich schon wieder Nebel aufgezogen und hatte die Sicht von dieser Stelle aus auf die Brücke versperrt.
So fuhren wir in die Stadtmitte (ohne nicht nochmals die Lombardstreet mit ihrer steilen Auf- und Abfahrt zu befahren) und machten uns zu Fuß auf Erkundungstour. Danach gings zu den Hochhäusern des Finanzdistricts, Chinatown, Fishermans Wharf mit dem berühmten Pier 39 auf dem sich hunderte Seelöwen in der Sonne aalen und nur gelegentlich zum Gaudium der Zuseher ihre Machtkämpfe um die besten Sonnenplätze austragen.
Die Fahrt mit der Cablecar haben wir dann ausgelassen, denn mit uns wollten noch ca. 100 andere Toúristen diese Attraktion benutzen und deshalb gabs Wartenzeiten von über einer Stunde. Jedenfalls sahen wir uns das mehr bzw. weniger spektakuläre, noch immer manuell durchgeführte Wendemanöver der Cablecar an und machten uns dann auf zu einem original amerikanischen Dinner: Chickensandwich and Steakhouseburger, large Fries and medium sized Coke at Burger King.
Als krönenden Abschluß gabs dann noch einen Blick über das nächtliche SFO von den ‘Twin Peaks’ oberhalb der Stadt.
War es während des Tages ziemlich heiß (ca. 25 Grad) so herrschten auf der Anhöhe Nebel, Sturm und nur um die 5 Grad. Doch kaum waren wir wieder in der Stadt waren Nebel und Sturm wie weggeblasen und die Temperatur hatte sich bei angenehmen 18 Grad eingependelt.
Schnell und ohne Stau ging es dann in unser Quartier, das wir diesmal problemlos wieder finden konnten und sehen mit Wehmut unserem letzten richtigen Urlaubstag vor der Heimreise entgegen.

 

 

2008-09-28: Relaxing

Jetzt ist der doch gekommen. Obwohl wir ihn eigentlich nicht zu richtig wahrhaben wollen und schon gar nicht herbeigesehnt haben – den letzten Urlaubstag.
Wir haben ihn mit unsere Hostmum und einem französischem Paar verbracht. Zuerst sind wir zu einem Seefest gefahren, haben dort Musik gehört und Quiche gegessen und ein wenig geschlafen.
Anschließend ging es noch zu einer kleinen Wanderung bevor wir zum Abendessen in ein marokkanisches Restaurant einfielen. Dort haben wir gut gegessen und uns so auf den abschließenden Höhepunkt vorbereitet.

 

2008-09-28: Diamond forever

Gemeint sind nicht die Edelsteine, sondern ein Künstler der sich in den letzten Jahren rar gemacht hat und nun trotz seiner 67 Jahre wieder auf Tournee geht: Neil Diamond. Unser Host hatte Freikarten zu seinem Konzert in der ‘HP Pavilion’ in San Jose und wir lehnten das Angebot diesen Event zu besuchen natürlich nicht ab.
Ca. 20.000 Besucher und auch wir waren von dem Konzert total begeistert.
Neben den alten Songs gab es auch Lieder aus seinem neuen Album ‘Home before Dark’.
Das Publikum setzte sich aus meist älteren Personen zusammen, sodass wir den Altersschnitt eher hoben als senkten. Angst hatten wir um so manchen älteren Herrn der Angesichts der Musik aus seinen Jugendtagen extatisch zu Tanzen begann das wir dachten sein Herzschrittmacher explodiert.
Ebenso diverse älter Damen die aus dem gleichen Grund Richtung Bühne stürmten und vom Ordnerpersonal nur mit Mühe zurückgehalten werden konnten. Ob sie eventuell ihre Unterwäsche auf die Bühne werfen wollten, konnten wir allerdings nicht eruieren.
Alles in allem ein würdiger Abschluss unseres Urlaubes.
Jetzt wird gepackt und ab zu Airport.

 

2008-09-30: und aus!!!

Nach dem Neil Diamond Konzert kamen wir erst gegen Mitternacht nach Hause, packten dann zur finalen Heimreise, tratschen noch mit der Hostmum und schon war es so spät, dass es sich nicht mehr auszahlte noch schlafen zu gehen. Ca. gegen 2.00 fuhren wir dann die 60 km zum Airport um das Auto zu retournieren (eine Sache von 5 Min.), sich etwas zu fadisieren und gegen 4.00 dann einzuchecken. Ein kräftiges Frühstück hielt unsere Lebensgeister so weit wach, dass wir problemlos ins Flugzeug fanden.
Die vier Flugstunden nach Atlanta konnten wir etwas, wenn auch nicht viel schlafen und während des Wartens auf den Wien-Flug schon gar nicht.
Schon physisch etwas ramponiert, von den nun schon ca 30 schlaflosen Stunden stiegen wir ins Flugzeug nach Wien. In den folgenden 8,5 Flugstunden konnten wir doch insgesamt, wenn auch nicht in einem Stück ca. 3 Std. schlafen. Das Essen war zwar gut, allerdings gab es kein Entertainmentsystem je Fluggast (wie etwa beim Hinflug) und auch das Videosystem fiel aus, sodass wir auch keinen Film sehen konnten.
Noch dazu gab es Probleme mit der Aircondition und es war ziemlich kalt und zugig.
So sind wir gegen Mittag in unserer Wohnung eingetroffen. Bei Spar noch das Notwendigste für ein Abendessen gekauft und dann gings für ein paar Stunden ins Bett.
Jetzt wird ausgeräumt, gewaschen, weggeräumt, sortiert, archiviert und kontrolliert.

Hiermit beenden wir diesen Blog – allerdings nicht ohne allen jenen zu danken die ihn auch gelesen haben. Es waren ihrer im täglichen Durchschnitt immerhin Acht die 15 Seitenaufrufe je Besuch gemacht haben.
Wir hoffen, dass es euch ein wenig Spass bereitet hat unsere Reise zu verfolgen. Für manche waren es vielleicht Erinnerung, für andere die Sehnsucht an bzw. auf eine ähnliche Reise, die hier geweckt wurden.
Uns hat die Reise als auch das bloggen Spaß gemacht und wer Rechtschreibfehler gefunden hat, der darf sie wie üblich behalten.
Zur Entschuldigung kann nur vorgebracht werden, dass die Blog-Erstellung fast immer zu mitternächtlicher Stunde statt fand und daher unsere Konzentration nicht mehr die Beste war.

Liebe Grüße
Edith und Franz