2008-09-21: Die unglaublichen Hunt’s

Heute war Fahrtag. Schon Morgens ging es vom Rande des Grand Canyon Richtung Las Vegas los. Nach ca. 5 Std. sind wir dort auch angekommen.
Zwischenstopp gab es nur in einem kleinen Ort am Beginn der Route 66 die wir ein Stück gefahren sind.
Genächtigt wird wieder, so wie beim Anfang unserer Reise, bei Jennifer und Bernard Hunt, die wir über den Hosptiality Club kennengelernt haben.
Traumhaftes Haus, traumhafte Leute und Jennifer hat noch ein traumhaftes Abendessen für uns zubereitet. Die Beiden sind wirklich grossartige Menschen.
Jetzt noch schnell schlafen und morgen geht es in „Death Valley“

2008-09-20: Überflieger

Heute haben wir uns selbst beschenkt und uns einen Hubschrauberflug über den Grand Canyon gegönnt.
Um 10.00 ging es los. Wir flogen mit einem 7-Sitzer (incl. Pilot) und waren ganz schön gespannt wie es werden wird. Es gab einen kleinen Wartesaal und endlich wurden wir aufgerufen. Dann ging es zum Heli, alle setzten sich hinein und plötzlich heftiges Palaver zwischen Pilot und Bodenstation. Wir mussten wieder raus und in die Wartehalle. Es stellte sind nämlich heraus, daß wir die ‚große Tour‘ gebucht hatten, der Heli jedoch nur für die ‚kleine Tour‘ Treibstoff an Bord hatte.
Gut, dass dies jetzt und nicht erst übern Canyon bemerkt wurde. Rasch wurde nachgetankt und beim zweiten Versuch klappte alles und wir hoben ab und flogen über einen Wald in Richtung GC. Über unsere Kopfhörer waren einige Erklärungen zu hören, dazwischen Musik. Nun meldete sich der Pilot und sagte: ‚Achtung, gleich kommt ein Augenblick den Sie nie vergessen werden!‘. Er sollte recht behalten. Er zog den Bug des Heli hoch und ließ ihn über eine Kante nach unten in den GC gleiten. Plötzlich waren wir mitten im GC, ein gigantischer Anblick, über die Kopfhörer wurde ‚Also sprach Zarathustra‘ eingespielt und wir waren überwältigt von der vor uns sich ausbreitenden Landschaft.
Hatten wir gestern vom Canyonrand aus schon geglaubt diese Aussicht ist phänomenal, so wurde dies von dem nun erlebten bei weitem übertroffen.
Ca. ein 3/4 Std. flogen wir durch den GC, uns kam es allerdings nur wie ein paar Minuten vor. Viel zu schnell war die Zeit um und wir mussten wieder zum Airport zurück fliegen.
Auf alle Fälle zwar kein billiges, aber doch ein lohnendes, unvergessliches Erlebnis.

2008-09-19: Buchungs-Wirr-Warr

Gestern beschlossen wir bei der all abendlich stattfindenden ‚was-machen-wir-eigentlich-Morgen‘-Konferenz einen Tag länger in Page zu bleiben und hatten für heute eine tolle off-Road Fahrstrecke zum ‚Alstom-Point‘ (von wo man aus einen einzigartigen Blick über den ‚Lake Powel‘ und einige kleine Inseln hat)ausgesucht. Daher suchten wir noch im Internet nach der Wegbeschreibung und bezirzten die Damen der Motelrezeption erfolgreich uns noch eine Nacht weiter zu buchen.
Groß war dann die Entäuschung heute Morgen als wir sahen, dass es in der Nacht geregnet hatte und auch am Himmel einige Regen schwangere Wolken herumhingen. Da unsere ausgesuchte Fahrstrecke nur in absolut trockenem Zustand befahren werden darf, mußten wir die Fahrt abblasen und entschloßen uns gleich weiter in den ‚Grand Canyon‘ (GC) zu fahren.
Wir bezirzten die Damen der Motelrezeption erfolgreich, und sie machten nicht nur unsere gestrige Verlängerung wieder rückgängig, sondern suchten uns via Internet ein Motel in Flagstaff (leider etwas weit vom Grand Canyon entfernt (120 KM) – aber da es Wochenende ist, die einzige Möglichkeit ein Zimmer zu bekommen) zu suchen, dort anzurufen und es für uns zu reservieren.
Nun wurde schnell zusammengepackt, getankt und Richtung GC abgefahren. Gegen 14.00 waren wir in ‚Tusayan‘, das knapp am Eingang des GC liegt.
Hier sahen wir unser Lieblingsschild hier in den USA: ‚Vacances‘. Blicker raus, abgebogen und schon standen wir vor dem Office des Motels. Ein handgeschriebener Zettel verriet, dass noch neun Zimmer frei sind, das Büro aber erst um 15.00 geöffnet wird. Wir treiben uns ein wenig herum und als wir um 14:30 wieder zum Motel zurück kommen, ist dort schon Hochbetrieb. Als die Reihe an uns kommt, wird uns das vorletzte freie Zimmer angeboten. Wir sagen ein konkretes ‚ja, aber‘, denn unsere Reservierung in Flagstaff ist noch aktiv, die haben unsere Kreditkartennummer und wenn wir nicht stornieren können, müssen wir das Zimmer trotzdem bezahlen. Also wieder die Dame vom Motel bezirzen und schon ruft sie in Flagstaff an und storniert unser Zimmer kostenlos.
Danach geht es endlich in den GC. Bei der Rückkehr vom GC beschließen wir noch einen Tag im GC anzuhängen, was wieder bedeutet: Dame im Motel bezirzen und eine Nacht buchen.
Damit genug bezirzt, gebucht und storniert – jetzt genießen wir den ‚Grand Canyon‘

2008-09-19: Erstkontakt

Kaum befahren wir den ‚Grand Canyon National Park‘ gibt es auch schon die erste Aussichtsterrasse. Natürlich bleiben wir gleich stehen und werfen von der ‚Desert View‘ einen ersten Blick in den ‚Grand Canyon‘ (GC). Und wow! Obwohl schon tausendfach in allen möglichen Medien gesehen, der natürliche, selbsterlebte Eindruck ist um vieles stärker.
Leider gibt es etwas flaches Licht, sodaß die Sicht nicht optimal ist.
Aber wenn man sich bei den Besuchern etwas umhört, so haben wir einen doch sehr schönen Tag erwischt. Ein paar Kilomenter gehts anschließend weiter und wir parken beim ‚Mather Point‘. Wir schlendern den ‚South Rim‘ entlang bis zum ‚Yavapai Point‘. Dies sind zwar nur ca. 1 Km, dafür benötigen wir allerdings gute zwei Stunden. Den immer wieder gibt es einen fantastischen Aus- bzw. Einblick auf bzw. in den GC, sodaß wir immer wieder stehenbleiben, staunen, fotografieren, stehenbleiben, staunen, fotografieren, steh….
Beim ‚Yavaipai Point‘ suchen wir uns ein gemütlichen Sitzplatz auf einem Steinhaufen und erwarten den Sonnenuntergang. Nicht besonders spektakulär, aber dann doch annehmbar verabschiedet sich die Sonne für heute. Während des Nachmittages hat sie uns kräftig gewärmt, so um die 30 Grad (und das auf ca 2.500 Höhenmeter), nach dem Sonnenuntergang ging die Temperatur empfindlich zurück (ca. 15 Grad) und eine kühle Brise tat noch ihr übriges.
Also schnell ab ins Motel und dann zum Steakhaus, wo wir uns selbst wieder mit außergewöhnlich guten Ribs und Steak verwöhnen.

2008-09-18: Lichtspiele

Am späten Vormittag fuhren wir zum ‚Antelope Canyon‘ der ein Stück außerhalb von Page liegt. Unterteilt wird dieser Canyon in einen ‚Upper Canyon‘ und einen ‚Lower Canyon‘. Den ‚Upper‘ darf man nur mit einem Guide und nur für eine Stunde besichtigen. Beim ‚Lower‘ wird man von einem Navajo-Führer zum Einstieg in den Canyon und dann noch ein Stück in den Canyon selbst hinein begleitet und darf sich dort drinnen vier Stunden aufhalten.
Wir wählten deshalb den ‚Lower‘, bezahlten brav unseren Eintritt und folgten brav unserem Guide. Wir gingen über zerklüfteten Fels bis unser Navajo in einer schmalen Felspalte nach unten verschwand. Wir gingen im nach und über Metallstufen gings immer weiter nach unten. Plötzlich tat sich um uns eine eigene Welt auf. Wir kletterten durch enge Felsspalten die Wände vom zeitweise hier fließenden Wasser glatt geschmiergelt.
Nachdem es nun fast Mittag war und die hochstehende Sonne durch einen schmalen Spalt in den Canyon fallen konnte, veränderten sich die Licht- und Farbverhältnisse an den Felswänden. Waren die Wänden zuerst nur rötliche, so färbten sie sich nun purpur, gelb und golden.
Wir genossen dieses Naturschauspiel ausgiebig und blieben fast die komplette erlaubte Zeit von vier Stunden im Canyon.

2008-09-18: Muskelkraft

und zwar diesmal unsere eigene haben wir eingesetzt und uns am Lake Powell vergnügt. Dort haben wir die Bootsvermietung geentert und uns zwei Einzelkajaks ausgeborgt. Das Einsteigen war schon ein kleiner Balanceakt, aber als wir im Boot saßen war alles wieder ok.
Schnell ging es dem Ufer entlang bis wir die Abzweigung zum ‚Antelope Canyon‘ (diesmal oberirdisch) sahen und ein Stück hinein ruderten. Leider hatten wir nicht genügend Zeit diesen Canyon weiter zu durchfahren. Außerdem kam plötzlich Wind auf und eine tiefschwarze Wolke stationierte sich genau über uns. Wir mußten sehr intensiv paddeln um zur vorgegebenen Zeit wieder zurück beim Bootsvermieter zu sein.
Alles in allem war es jedoch ein recht vergnüglicher Ausflug und eine kleine Abwechselung von unserem bisherigen Besichtigungsprogramm

2008-09-18: kein Sonnenuntergang

war uns heute beschert. Wir waren zwar an einer exponierten Stelle jedoch kam kurz vor Sonnenuntergang ein Wolkenband und verbarg die untergehende Sonne. Wir hatten uns nämlich am Horseshoe Bend postiert.
Dies ist gleich außerhalb der Stadt Page. Hier windet sich der Colorado durch enge Canyons und von unserem Viewpoint hatten wir eine großartige Sicht auf den FLuß, der sich hier in einer schönen Schleife direkt vor unseren Füßen durch die Gegend windet.
Nach diesem optischen Genuß wechselten wir von der rauhen Natur in das westernmäßig angehauchte ‚Kens West Inn‘. Dort verdrückten wir ein Steak bzw. Beef Ribs jeweils mit Folienkartoffeln und jeder Menge Salat von der Salatbar. Dazu genossen wir noch die Musik einer Live-Band.

2008-09-17: Tierquälerei

Normalerweise sind wir Tieren sehr positiv zugewandt und eines zu quälen oder zu misshandeln würde uns im Traum nicht einfallen.
Aber heute haben wir es getan. Und dazu nicht nur einer, nein beide haben wir uns dazu hinreißen lassen. Zuerst überlegten wir noch ob wir es tun sollten, aber dann war die Gelegenheit doch zu verlockend. Als wir auch noch eine Menge Dollars dafür hinblättern mußten, gab es kein zurück mehr.
Wir haben uns zwei Pferde gemietet und diese armen Geschöpfe gezwungen (besser gesagt von unserem Führer zwingen lassen, denn wir konnten tun und lassen was wir wollten, die Pferde machten was sie wollten) uns eine Stunde in der Vormittagshitze bergauf/bergab durch den heißen Sand des Monument Valleys zu schleppen. Edith’s Pferd hatte dabei noch die leichtere Aufgabe, wogegen mein Pferd schon deutlich mehr auf sich einwirken lassen mußte. Dies erklärt vielleicht auch warum ich 5 Min. später als unser Führer und Edith im Stall eingetroffen bin.
Soweit wir es nachher noch verfolgen konnten haben die Pferde diese Tortour mit uns (zumindest physisch) unbeschadet überstanden, durften gleich auf die Koppel und haben sich sofort den leiblichen Genüssen (fressen und saufen, sonst konnten wir nichts beobachten) hingegeben.
Wir haben allerdings schon leichte Blessuren davon getragen. Das Sitzgebein und die darum herumliegenden Muskeln sind etwas in Mitleidenschaft gezogen worden.
Vielleicht ist dies ein kleiner Ausgleich für unsere Quälerei an den Pferden.

Von diesem dramatischen Ereignis gibt es leider (oder besser Gott sei Dank) keine herzeigbaren Bilder.

2008-09-16: Swinging Grill

Nach der intensiven Canyon-Besichtigungstour und dem Verbrauch von knappen 2 Gallonen Trinkwasser fahren wir in Richtung Monument Valley (MV).
Telefonisch reservieren wir uns am letzten Ort vor dem MV ein Motel: das ‚Hat Rock Inn‘ in ‚Mexican Hat‘ (jeder kennt natürlich diesen Ort, immerhin hat er 100 Einwohner) hat grad noch ein Zimmer frei.
Kurz bevor wir nach Mexican Hat (Name stammt von einem Sombrero ähnlichen Felsen) kommen, werden wir wieder Zeuge eines dramatischen Sonnenuntergangs. Auf der Straße ist eigentlich Parkverbot, dies kümmert uns angesichts des Sonnenuntergangs eigentlich gar nicht und uns gelingen eigentlich ein paar nette Fotos.
Das Einchecken im Motel ist simpel wie immer: Kreditkarte hergeben und schon ist alles erledigt.
Unerledigt ist allerdings unser Nahrungsaufnahmeprogramm. Zwar war das Frühstück morgens recht ausgiebig, aber mittlerweile ist ist gegen 20.00 und zwischendurch haben wir nichts gegessen, sondern nur getrunken (siehe oben).
Unweit useres Motels schwingt jedoch die Rettung. In einem Restaurant (eben ‚Swinging Grill) schwingt ein großer Grill über offenem Feuer hin und her und bruzzelt auch für uns ein saftiges Steak bzw. eine Hühnerbrust. Dazu gibts viel Salat und Bohnen.
So gestärkt fallen wir ins Bett, da der Wecker Morgen schon um 05.00 läutet, damit wir den Sonnenaufgang im Monument Valley nicht verpassen.

2008-09-16: Grünes im Braunen

Grünes haben wir bis jetzt selten gesehen – nur Pflanzen die mit wüstenartigem Klima auskommen. Als wir vom ‚Canyonsland‘ in den ‚Dead Horse Point‘ fahren und diesen besichtigen scheint sich daran auch nichts zu ändern. Wieder ein riesiger Canyon soweit unser sonnengeblendetes Auge (es hat wieder wolkenlose 35 Grad) auch schaut.
Aber da windet sich doch was Grünes durch das Braune. Hier hat der Colorado River sein Wasser im Spiel. Er schlägelt sich träge durch dieses Gelände und zaubert ein frisches Grün an seine Ufern.
Noch eines wird uns hier wieder bewußt gemacht: ein ‚Nationalpark‘ (wie zB. Canyonsland) unterscheidet sich für Touristen von einem ‚State Park‘ (wie zB ‚Dead Horse Point‘). Ein NP ist Angelegenheit des gesamten Bundes, ein SP ist Angelegenheit des jeweiligen Bundesstaates.
Hat man nun einen Jahrespass für alle NP’s so kann man diese ein Jahr lang so oft benutzen wie man will (Pass gilt für ein Auto voll Besucher!) aber in einem SP ist dieser Pass ungültig und man (bzw. das Auto) darf daher extra wieder Eintritt zahlen.