2008-09-23: bäriger Sonnenuntergang

Endlich kamen wir in den ‚Yosemite Nationalpark‘ (YNP). Um in ihn hinein zu gelangen, muss man zuerst einen ca. 3.500 hohen Pass überqueren. Aber einmal im YNP ändert sich die Landschaft radikal. Es gibt Wasser zu sehen, dazu saftiges Grün, richtig hohe Bäume und eben auch Berge die von Gletschern wie mit Schmirgelpapier abgeschliffen worden sind.
Zu unserem nächsten Motel in Oakhurst mussten wir durch den ganzen YNP fahren. Als wir am späten Nachmittag um eine der unzähligen Kurven bogen, machte sich die Sonne soeben bereit hinter einem der unzähligen Berggipfel unterzugehen. Am nächsten Parkplatz hielten wir an, ich schnappte die Kamera und schon klickte es unzählige Male – bis die Sonnen nicht mehr zu sehen war.
Nach der Weiterfahrt und einigen weiteren Kurven tauchte die Sonne wieder auf und war dabei hinter dem nächsten Berg zu versinken. Wieder auf den nächsten Parkplatz und nun stiegen wir beide kamerabewaffnet aus dem Auto. Wieder wurde fotografiert und gefilmt was das Zeug hielt.
Die Sonne ging nun über einem weiten Tal unter und erfüllte es mit den diversesten Farbtönen. Plötzlich kamen aus dem Dickicht zwei Rehe heraus und begannen keine fünf Meter von uns entfernt zu äsen. Jetzt waren wir im Fotostreß. Was nun fotografieren? Sonnenuntergang oder Rehe. Wir versuchten Abwechselnd beide Objekte so oft als Möglich festzuhalten. Durch irgendetwas gestört verschwanden die Rehe so schnell wie sie gekommen waren. Auch die Sonne ging langsam unter und wir genossen noch das Farbenspiel am Himmel. Als wir zurück zum Auto gehen wollten, sahen wir, dass die beiden Rehe in der Nähe eines Felshügels grasten. Langsam näherten wir uns den Tieren und konnten sie wieder aus allernächster Nähe fotografieren. Doch auch jetzt schreckten sie plötzlich hoch und sprangen davon. Nun hörten auch wir warum die Rehe die Flucht ergriffen. Hinter dem Felshügel kam jemand in unsere Richtung und machte dabei ziemlichen Lärm. Wir wollten nun auch wissen wer dies ist und stiegen den kleinen Feldhügel hinauf. Und da sah ich den Übeltäter. Ca. 1 Meter groß, schwarz, auf seinen vier Tatzen stehend und mit der Nase noch nach den Rehen witternd – ein Schwarzbär. Ich war total aus dem Häuschen, der Bär allerdings auch. Er drehte sich auf der Stelle um, lief nach links schlug einen Hacken nach rechts und war im Unterholz verschwunden. Edith war leider etwas hinter mir, konnte den Bären nicht sehen nur noch das Knacken im Unterholz hören. Ich hatte zwar gleich die Kamera gezückt, allerdings war das Zoom wegen der Dunkelheit sehr langsam, dafür aber der Bär schneller.
Das uns gleich am ersten Tag im YNP ein leibhaftiger Bär über den Weg läuft, hätte ich nie geglaubt.
Umso schöner und eindrucksvoller war aber dieses Erlebnis, obwohl es nur einige Sekunden gedauert hat.

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